Auswirkungen der Kernsymptome auf das Verhalten und die Situation der Kinder

Die sozialen Auswirkungen von ADS stellen für betroffene Kinder, Jugendliche und deren Familien das größte Problem dar.

In den prägendsten Jahren der Kindheit sind die Kinder oft ungerechtfertigter Kritik, Kränkungen, moralisierenden Vorwürfen und Bestrafungen ausgesetzt, weil ihr erzieherisches Umfeld aus Unwissen von vorsätzlichem Fehlverhalten, Dummheit und/oder Faulheit ausgeht.

Die Kinder wollen wie andere Kinder sein, können es aber nicht und verstehen nicht, warum dies so ist. Sie fühlen sich deshalb als Außenseiter und, aufgrund der negativen Verstärkung durch das erzieherische und soziale Umfeld, als minderwertig.

Zum Selbstschutz entwickeln sie Abwehr- und Vermeidungsstrategien sowie Verhaltensmuster, mit denen sie ihre Akzeptanz in der Gruppe verbessern wollen.

Die Kombination der Kern- und reaktiven Symptome führt zu folgenden weiteren Merkmalen:

  • leichte Irritierbarkeit und Erregbarkeit, Wutanfälle aus relativ geringfügigem Anlass, Kritikempfindlichkeit
  • emotionale Störungen: geringes Selbstwertgefühl, Verleugnung von Schwierigkeiten
  • dissoziales Verhalten: Destruktivität, Unbeliebheit, Schlägereien, Necken, Ungehorsam, Lügen, Klassenkasper, Sündenbock
  • Lernstörungen: schlechte Leistungen in de Schule, isolierte Lernstörungen im Rechnen, Lesen, Schreiben usw., Diskrepanz zwischen Intelligenz und Schulnoten und/oder zwischen Leistungs- und Verhaltensnoten, in der Folge werden die Kinder häufig unter ihrem Niveau beschult.